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Ein Liebesgeständnis, das als Videobotschaft verschickt wird? Eigentlich eine schöne Idee. Was aber, wenn diese intime Nachricht plötzlich über das Internet verbreitet wird und sich alle darüber lustig machen?

Ein Alptraum für die Verliebten… So geschehen in dem Theaterstück „Rausgemobbt 2.0“, welches am vergangenen Donnerstag von der Kölner Theatergruppe Comic On in unserer Aula aufgeführt wurde. Zuschauer waren alle SchülerInnen der Jahrgangsstufe 8, die an diesem Tag an dem Cyber-Mobbing-Projekttag unserer Schule teilnahmen.

„Cyber-Mobbing“, so werden alle Formen von Schikane, Verunglimpfungen, Bedrohungen und Ausgrenzung bezeichnet, die mit Hilfe moderner Kommunikationstechnologien wie dem Smartphone oder dem Computer bzw. über das Internet erfolgen. Im Unterschied zum „herkömmlichen“ Mobbing können die Täter anonym bleiben und das Opfer hat selbst zu Hause keine Schutzzone. Peinliche Fotos oder Beleidigungen sind – einmal verbreitet – kaum mehr aus dem Internet zu tilgen.

Nach aktuellen Studien und Erhebungen kann man davon ausgehen, dass ca. ein Drittel der deutschen Jugendlichen schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing geworden ist. Mit unserer Aktion möchten wir präventiv und wirkungsvoll auf die steigende Gewalt zwischen SchülerInnen eingehen, die im Internet oder über das Handy praktiziert wird.

An unserer Schule wird aus diesem Grund seit dem letzten Schuljahr ein Projekt gegen das Cyber-Mobbing durchgeführt. Am Donnerstag, dem 13.08.2015, fand der Projekttag für dieses Schuljahr statt. Der Projekttag umfasste drei Unterrichtsblöcke, in denen die SchülerInnen anhand von Fallbeispielen, Übungen und Diskussionen für das Thema und die damit verbundenen Gefahren sensibilisiert wurden. Dabei wurden den SchülerInnen auch rechtliche Aspekte dargelegt, um ihnen bewusst zu machen, dass Cyber-Mobbing in den meisten Fällen Handlungen beinhaltet, die strafbar sind.

Im letzten der drei Blöcke ging es dann schließlich aus den Unterrichtsräumen heraus in die Aula. Das Theaterstück „Rausgemobbt 2.0“ zog die SchülerInnen sofort in seinen Bann, als die Schauspieler in der Eröffnungsszene eine Mission aus einem Ego-Shooter-Spiel nachstellten. Im Folgenden wurde durch die sehr guten Schauspieler, ein cleveres Bühnenbild und eine mitreißende Story sehr eindrucksvoll dargestellt, wie Cyber-Mobbing entstehen kann und welche Auswirkungen es mit sich bringt. In der anschließenden Gesprächsrunde zeigten unsere SchülerInnen reges Interesse am Thema und fanden auf die Fragen der Schauspieler sinnvolle Antworten und Lösungsmöglichkeiten.

Ich bedanke mich noch einmal herzlich bei den Mitgliedern des Comic On-Theaters (Franz Zöhren, Regie, Anne Müller, Julia Knorst, Marcel Langer, Schauspiel) sowie bei den KollegInnen Dana Bartsch, Katharina Bischoff, Nadine Braun, Alexandra Hebbelmann, Annette Himpel, Sabine Radensleben, Caroline Spee, Babsi Thees, Markus Potes und Florian Rüthlein, die äußerst engagiert an diesem Tag mitgewirkt haben.

Mobbing gibt es leider an jeder Schule. Durch Projekte wie dieses wollen wir vom Gymnasium Kerpen uns dem Problem offensiv stellen und vorbeugend handeln. In diesem Zusammenhang möchte ich auch alle interessierten Eltern auf unsere Veranstaltung „Gefahren im Internet“  am 26. November aufmerksam machen.

Fotos der Theatervorstellung

Sascha Frieske im Auftrag des Sorgenbüros